Geschichte der Kinderstadt 
von Kerstin Braunschweig

Im Frühjahr 2011 wurde im „Bündnis für Familie Westhavelland“ ein neues Projekt ins Leben gerufen, in dem es darum ging, den Kindern der Stadt das Leben der Großen näher zu bringen. Dabei sollten die Kinder ihre eigene Stadt selbst planen und bauen können und so auf spielerische Art und Weise Leben der Großen erlernen, sie sollten damit gefordert und gefördert werden.

Zusammen mit Diana Golze und dem KiJuPa Rathenow wurden frühzeitig gemeinsame Planungen durchgeführt, da sie dieselbe Idee hatten. In Potsdam wurden weitere Informationen und Ideen gesammelt, da dort seit Jahren efolgreich ein ähnliches Projekt auf die Beine gestellt wird.

Los ging es in der zweiten Sommerferienwoche auf dem Gelände des Rathenower Optikparks, 80 Kinder meldeten sich an, aufgrund des schlechten Wetters beteiligten sich davon aber leider nur knapp 70. Gemeinsam mit Jens Hubaldt überlegten sich die Kids, wie die Kinderstadt aussehen sollte, welche Häuser in der eigenen Stadt dringend gebraucht werden und wie die fertigen Häuser im Anschluss aufgestellt werden sollten. Täglich von 9.00-15.00 Uhr bauten die Kinder mithilfe tatkräftiger Freiwilliger an ihrem eigenen Projekt, der Rathenower Optikpark sorgte täglich für warmes Essen – bauen macht hungrig.

Während der Bauphase wurden 10 Häuser fertiggestellt. Zusammen mit der Firma „Steinbrecher und Partner“ wurde ein Grundstück in der Curlandstraße vermessen, auf das die Kinderstadt im Anschluss umziehen sollte. Bevor der große Umzug am Montag mit Hilfe von Männern vom Bauhof vollzogen wurde, konnten sich die beteiligten Kinder, Eltern und Interessierte am Samstag beim Stadtfest von „Klein Rathenow“ das in einer Woche von Kindern geschaffene genau in Augenschein zu nehmen. 

Auf dem neuen Platz an der Curlandstraße wurde dann den Kindern ständig etwas geboten. Die Polizei war da, die Feuerwehr, eine Gärtnerin, die Werbeagentur Kraatz, die Hebamme Manuela Neubüser, die Kinderstation vom Rathenower Krankenhaus. Es wurden Drachen und Vogelhäuschen gebastelt. Kinder und Helfer haben dort geschlafen, ein Sommerferienabschlussfest gefeiert und mit einer großen Halloween-Party die Kinderstadt 2011 beendet.

Die Nachfrage und die Begeisterung waren so groß, dass schnell Überlegungen zu einer Vereinsgründung aufkamen! Im Frühjahr 2012 war es dann schon soweit, es wurde der Verein Kinderstadt Rathenow e.V. gegründet. Gründungsmitglieder waren:
Diana Golze (Vorsitzende)
Kerstin Braunschweig (Stellvertretende)
Anja Köppen (Schatzmeisterin)
Katrin Sagrauske-Kaiser,Bianca Pust,Elke Dartsch und Jens Hubaldt. 

Auch das KiJuPa wurde wieder mit ins Boot geholt, die Volksbank Rathenow eG stellte in der Wilhelm-Külz-Straße für die fertige Kinderstadt ein Grundstück zur Verfügung, ein Fördermittelantrag über Lottomittel beim Land Brandenburg wurde gestellt und genehmigt. Und auch der Optikpark stellte für die Bauphase der Kinderstadt wieder sein Gelände zur Verfügung. Nachdem diese wichtigen Punkte geklärt waren, wurden die Anmeldungen in den vier Rathenower Grundschulen verteilt. Innerhalb von anderthalb Wochen wurden 100 Anmeldungen eingereicht und es mussten die verbliebenen Anmeldeformulare eingezogen, da nicht mehr Kinder aufgenommen werden konnten. Von den 100 angemeldeten Kindern nahmen 94 Kinder am Bau der Kinderstadt teil.

Auch im Jahr 2012 wurde in der zweiten Sommerferienwoche gebaut. Diesmal entstanden sogar 12 Häuser, die wieder mit viel Liebe zum Detail von den Kindern gebaut wurden.

Nach der Bauwoche und dem Stadtfest von „Klein Rathenow“ zogen die Häuser dann auf das neue Grundstück in die Wilhelm-Külz-Straße. Dort werden nun wieder die Kinder die eigene Stadt mit Leben erfüllen!

Seitdem haben Rathenower Kinder jedes Jahr auf's Neue die Möglichkeit ihre eigene Stadt bauen zu können. Aus organisatorischen Gründen ist die Kinderstadt zwischenzeitlich auf das Gelände am Launepark umgezogen. Seit 2013 hat der Verein Kinderstadt Rathenow e.V. ihre eigene Internetseite: http://www.kinderstadt-rathenow.de .